Hofer Schlappentag

Das Original mit fast sechshundertjähriger Geschichte

Deutschlands ältestes Bier- und Schützenfest lädt seine Besucher immer am ersten Montag nach den Pfingstfeiertagen in die Stadt (im Kirchenkalender: Montag nach Trinitatis).
Der erste Schluck Schlappenbier

Schlapp ist am Schlappentag in Hof garantiert niemand, denn spätestens wenn das erste Bierfass angezapft ist, sind alle hellwach. Der Nationalfeiertag der Hofer geht auf eine schmähliche Niederlage gegen die Hussiten zurück, als diese im Jahr 1430 die Stadt nahezu widerstandslos stürmten. Als Folge verpflichtete der erzürnte Markgraf alle männlichen Einwohner zum Dienst an der Waffe und vor allem zu regelmäßigen Schießübungen.

Der Schlappenkönig wird gekrönt

Die ungeliebten Übungen mussten dabei immer bis Trinitatis, dem 1. Sonntag nach Pfingsten, absolviert werden und so setzte an diesem letztmöglichen Tag ein regelrechter Pilgerzug zum Schießhäuschen ein. Dabei waren die Schützen von dieser Pflicht so wenig begeistert, dass sie lediglich in Arbeitskleidung und Hausschuhen, den Schlappen, das Wohnhaus verließen. Schnell sprach man vom Schlappentag. Jedoch: Die Schützengilde bekam auch das Recht, eigens für diesen Tag ein Starkbier zu brauen, das Schlappenbier. Es ist nicht überliefert, ob der Trunk die Treffsicherheit steigerte, es machte die Schießübungen für alle Teilnehmer allerdings deutlich attraktiver.

Majestäten unter sich

Heute beginnt der Hofer Schlappentag alljährlich mit dem Zug der Handwerkerzünfte und Schützen zum Rathaus. Wer Glück hat, entdeckt dabei unter den feierlich Ausstaffierten noch immer den ein oder anderen, der an seinen Füßen lediglich Schlappen trägt. Vor dem Rathaus wird dann der Schlappenkönig bekanntgegeben, der nun schon immer am Sonntag vor dem Schlappentag ermittelt wird. Einst konnte sich der beste Schütze über eine vom Magistrat vergebene Steuerfreiheit freuen, heute ist es immerhin noch das Recht, ein Jahr lang innerhalb der Stadt kostenlos zu parken.

Seit 2015 kommen Schützen, Handwerker und ausrichtende Brauerei auch dem Wunsch der Bevölkerung nach, selbst vor dem Schlappentag schießen zu dürfen. Nach dem traditionellen Schlappenschießen findet daher anschließend (14.00 - 17.30 Uhr) an gleicher Stelle ein Bürgerschießen statt. Hierbei gibt es zwei Kategorien für Erwachsene und Jugendliche. Die Sieger der beiden Wertungen dürfen im darauf folgenden Jahr am traditionellen Schlappenschießen teilnehmen und erhalten somit ebenfalls die Chance auf den Ehrentitel "Hofer Schlappenkönig".

Verdiente Pause nach dem Umzug

Nach dem Festzug geht der Schlappentag in den gemütlichen Teil über und er endet erst, wenn das nur für diesen einen Tag gebraute Bier alle ist.

Endlich Schlappenbier! Foto: Sonja Wietzel-Winkler

Das Hofer Traditionsbier ist eine Rarität und wird alljährlich schon Monate vor dem Schlappentag nach dem überlieferten Rezept eingebraut. Spezielle Malz- und Hopfensorten und eine besonders lange Reife - und Lagerzeit ergeben den besonderen Geschmack des bernsteinfarbenen Bieres. Trotz seines Alkoholgehaltes von 6,5% ist es äußerst süffig und mit kräftigem Charakter. Für ein Starkbier ist es nicht zu lieblich, es ist würzig und vollmundig und hat eine feinherbe hopfige Note. Seine Farbe ist dunkler als beim Pils, aber ebenso klar. Feine Kohlensäure perlt und ergibt einen schönen Schaum.

http://www.hofer-schlappentag.de/

Blick vom Rathausturm


Der Blick vom Rathausturm lohnt den Aufstieg von 152 Stufen. In 32 m Höhe hat man einen herrlichen Blick über die Stadt. Der Turm ist in den Sommermonaten während der Öffnungszeiten der Tourist-Information zugänglich, dort bekommt man auch den Schlüssel.

Hofer Schlappentag-Kalender

582. Hofer Schlappentag 
16.06. 2014

583. Hofer Schlappentag 
01.06.2015

584. Hofer Schlappentag
23.05.2016

585. Hofer Schlappentag
12.06.2017

586. Hofer Schlappentag
28.05.2018

587. Hofer Schlappentag
17.06.2019

588. Hofer Schlappentag
08.06.2020

Die Hussiten kommen!

Immer am Sonntag vor dem Schlappentag laden die Hofer Stadtführer zu einer ganz besonderen Führung ein:
In historischen Kostümen schildern der rohe und aufschneiderische Hussit Herbert und die fromme Hofer Bürgerin Elisabeth wie sie den Überfall erlebt haben – jeder aus seiner Sicht.

Und ganz nebenbei erfährt man viel über die Geschichte der Hussiten und wie der Hofer Schlappentag entstanden ist.

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