Stadtgeschichte im Überblick

Aus dem Dunkel des frühen Mittelalters...

Über die frühe Siedlungsgeschichte des Regnitzlandes, der Landschaft in der man die Stadt Hof findet, ist wenig bekannt.
St. Lorenz im Jahr 1640

Der Chronist Enoch Widmann berichtet, dass um 1080 die St. Lorenzkirche erbaut worden sei. Die erste urkundliche Nennung einer Hofer Kirchenorganisation findet sich im Testament des Plebans Albert von 1214.

Wappen der Andechs-Meranier
Vielleicht gegen 1180 wird an der Stelle der heutigen Fußgängerzone das Dorf "Altstadt" errichtet, allerdings ohne Stadtrechte. Gegen 1230 lässt das Adelsgeschlecht der Andechs-Meranier die "Neustadt" erbauen, die seit 1319 ein schriftliches Stadtrecht besitzt.

Als das Geschlecht der Andechs-Meranier mit Otto II. bereits 1248 ausstirbt, werden die Vögte von Weida in der Hofer Region ihre Nachfolger. In diese Zeit fallen im Jahre 1260 die Fertigstellung der ersten Stadtmauer und 1264 die Gründung eines Hospitals.

Hofer Schloß
Auch die erste urkundliche Nennung des Schlosses (1276), eines Clarissinnenklosters (1291), eines Franziskanerklosters (1292) und eines ersten großen Stadtbrandes (1299) geschieht in der Vogtszeit. Besondere Beachtung verdient der Weglass-Vertrag der Vögte von 1288, mit dem Bauern aus dem Umland zur Besiedlung nach Hof motiviert werden.

Während die Vögte versuchen, die tatsächlichen Herren des Regnitzlandes zu werden, machen die Nürnberger Burggrafen aus dem Hause Hohenzollern Geblütsrechte geltend, um ihrerseits in den Besitz der Stadt Hof zu kommen. Nachdem schließlich die Hohenzollern mit dem Regnitzland belehnt werden, müssen sich die Weidaer im Regnitzland als Afterlehensleute der Hohenzollern diesen beugen.
Im Jahre 1373 ziehen sich die Weidaer endgültig aus der Stadt Hof zurück und verkaufen ihre Rechte und Besitzungen an die Hohenzollern. An die Zeit zwischen 1248 und 1373 erinnern der weidaische Löwe im Hofer Stadtwappen und die Landschaftsbezeichnung Vogtland.

Hussiten
In die frühe Zeit der Hohenzollernherrschaft fällt 1430 der Überfall durch die Hussiten, der eine Zerstörung der Stadt zur Folge hatte. Um 1440 führt Burggraf Johann die Baumwolle ein und legt so den Grundstein des später für die Hofer Wirtschaft so wichtigen Textilgewerbes mit dem Rohstoff Baumwolle.
Wartturm
In der St. Michaeliskirche kommt 1465 der „Hofer Altar“ zur Aufstellung, heute eines der Prachtstücke in der Münchener Alten Pinakothek. Gegen 1498 wird der Wartturm errichtet. Der zweite Hofer Stadtbrand fällt in das Jahr 1507, der dritte in das Jahr 1517. 1529 gestattet der Landesherr den Hofern, dem Glaubensbekenntnis Martin Luthers zu folgen.
Belagerung

Eine harte Zeit erleben die Hofer im Herbst 1553 als sie ihre belagerte Stadt im Albertinischen Krieg sieben Wochen heldenhaft verteidigen. Wegen Biermangels meutern die Hofer Landsknechte und die Stadt muss kapitulieren. Im Artikel 1 der Kapitulationsurkunde ist festgehalten, dass die Hofer bei ihrer evangelischen Konfession bleiben dürfen. Wenige Jahre nach der Belagerung lässt sich der erste Buchdrucker in Hof nieder. Zum Ausklang des Jahrhunderts legt Magister Enoch Widmann seine Stadtchronik vor.

Das 17. Jahrhundert beginnt für die Hofer zwar friedlich, doch als der vierte Stadtbrand 1625 große Teile der Stadt in Schutt und Asche legt, tobt bereits der 30jährige Krieg in unmittelbarer Nachbarschaft. 1630 landet Gustav Adolf von Schweden in Deutschland und nun müssen die Hohenzollern ihre Neutralität aufgeben. 1632 zeigt Wallensteins General Holck den Hofern auf brutalste Art seine Weise der Kriegsführung.
Im gleichen Jahr zieht Wallenstein mit seiner Hauptarmee ebenfalls durch Hof.

Hof im 17. Jhd.
Elf Jahre nach Kriegsende hat sich die Stadt mit Mühe und Not einigermaßen erholt und man baut von 1659 bis1662 das ausgebrannte Rathaus wieder auf. Im Jahre 1683 entsteht in Hof die erste Poststation.
Hof im 18. Jhd.

Auch im nächsten Jahrhundert wüten zwei Stadtbrände in den Jahren 1722 und 1743. Dem zuletzt genannten fällt auch das Hofer Schloß zum Opfer. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts erscheint erstmals das „Höfer Intelligenzblatt“ und es wird die Straßenbeleuchtung eingeführt.

Schließlich kommen die fränkischen Fürstentümer der Hohenzollern zum Jahreswechsel 1791/92 an das Königreich Preußen. Die Zugehörigkeit zu Preußen endet bereits im Jahre 1806, die Truppen Napoleons besetzen Hof. Im Frieden von Tilsit wird das Fürstentum Brandenburg-Bayreuth 1807 eine französische Provinz, das fränkische Hof ist französisch.

Hof im 19. Jhd.
1810 beteiligt sich das Königreich Bayern mit 34000 Soldaten (nur 1000 sehen die Heimat wieder) am Russlandfeldzug Napoleon Bonapartes und dafür kommt Hof dann zum Königreich Bayern.
Hof in der Biedermeierzeit

Der Schritt ins Industriezeitalter erfolgt 1848 mit der Eröffnung des ersten Hofer Bahnhofes. Das Wachstum der Stadt und der zunehmende Verkehr durch den Bau weiterer Eisenbahnstrecken machen bereits 1880 die Inbetriebnahme eines neuen Bahnhofs erforderlich. Neue Bauviertel werden erschlossen, die Einwohnerzahl verfünffacht sich zwischen 1850 und 1900.

Hof 1906
Durch den 1. Weltkrieg, die Inflation sowie die Weltwirtschaftskrise wird die Aufwärtsentwicklung der Hofer Textilindustrie unterbrochen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Hof Garnisonsstadt. Durch den Anschluss Österreichs und des Sudetenlandes rückt Hof in die Mitte „Großdeutschlands“.

Emil Ressel: Hof 1955

Der 2. Weltkrieg macht viele Hoffnungen der Hofer zunichte. 1943 werden nahezu alle Betriebe, die man als nicht kriegswichtig eingestuft hatte, geschlossen. Am 14. Februar erfolgt ein Luftangriff auf die Fabrikvorstadt, am 8. April ein weiterer auf das Bahnhofsviertel. Bei diesen Luftangriffen kamen 280 Zivilisten ums Leben, über 100 Häuser wurden zerstört, rund 150 schwer und mittelschwer beschädigt. Am 15. April 1945 wird Hof von den Amerikanern eingenommen.

Lager Moschendorf
Die ersten Nachkriegsjahre sind Notjahre, knapp 600.000 Heimatvertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgefangene kommen über das Lager Moschendorf in die westlichen Besatzungszonen.
Grenzverlauf
Die "Zonengrenze", aus der später eine innerdeutsche Staatsgrenze wird, trennt Hof von wichtigen Teilen seines Hinterlandes. Aus der Stadt in der Mitte Deutschlands wird eine an der Peripherie, am eisernen Vorhang.
Züge mit Botschaftsflüchtlingen
Mit den Ereignissen des November 1989 ändert sich die Situation für Hof zum Guten. An einer Nahtstelle zwischen den alten und neuen Bundesländern blüht Hoffnung, gelingt die Erweiterung der EU nach Osten, liegt Hof wieder in der Mitte, nicht nur Deutschlands sondern Europas.

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