Der Hofer Schlappentag - ein Fest mit Tradition
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Der Schlappentag als der "Hofer Nationalfeiertag" ist tief in der
Geschichte der Stadt verwurzelt. Er ist, so eine weitverbreitete Ansicht, nach
den Hausschuhen (Schlappen) der Handwerker benannt, die früher einmal jährlich
zu Schießübungen antreten mußten. Da die Handwerker dazu keine Lust gehabt
hätten, sollen sie die Übungen in ihren Hausschuhen absolviert haben, um danach
gleich wieder nach Hause zurückzukehren. Heute beginnt der Schlappentag mit
einem Umzug durch die Stadt und endet mit einer Einkehr zum bekannten
"Schlappenbier".
Diese Darstellung entspricht nur grob den historisch belegten Fakten.
Nachdem es im Mittelalter noch keine Berufsarmeen gab, mußten die Bürger der
Stadt für die Verteidigung sorgen. Manche hatten eigene Waffen, viele jedoch
bekamen sie von der Stadt gestellt, die die Waffen in einem Zeughaus lagerte.
Für Hof ist der Standort des Zeughauses nicht überliefert, doch ist es denkbar,
daß als Lagerort das ehemalige Schloß oder auch das Rathaus gedient haben
könnte. Die Handhabung und das Üben mit den Waffen war jedem Bürger selbst
überlassen, nachdem die Obrigkeit davon ausging, daß jeder selbst ein eigenes
Interesse am richtigen Waffengebrauch haben sollte. Wie sich jedoch beim
Hussiteneinfall 1430 zeigte, war dies nicht der Fall: Die Stadt Hof konnte sich
trotz starker Stadtmauern nicht ausreichend zur Wehr setzen. Zwar gewährte der
Markgraf als damaliger Landesherr der Stadt für 10 Jahre Steuerfreiheit für den
Wiederaufbau der Befestigungen, machte dies jedoch davon abhängig, daß sich die
Hofer regelmäßig an den Waffen zu üben hätten, um bei Angriffen besser
vorbereitet zu sein. Ob 1431 oder 1432 mit regelmäßigen Schießübungen begonnen
wurde, ist nicht bekannt, jedoch hatten die Hussiten bei einem neuerlichen
Angriff auf die Stadt im Jahr 1432 diese trotz längerer Belagerung nicht stürmen
können.
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Der Hofer Stadtchronist Enoch Widman berichtet zwar von einem großen
Schützenfest 1540, jedoch hatten die regelmäßigen Schießübungen einen eher
zweckmäßigen Charakter. Dies erklärt auch den Namen des Tages, denn man ging in
"Schlappen" zum Schießplatz. Dies waren jedoch keine Hausschuhe, für die in der
Hofer Mundart der Begriff heute steht, sondern billige und haltbare Holzschuhe,
die im Mittelalter zur Arbeit und in der Freizeit getragen wurden, während
Hausschuhe nur die wohlhabenden Bürger besaßen.
Auch als sich im Lauf der Zeit, insbesondere durch den 30jährigen Krieg zeigte, daß eine Bürgerwehr kaum in der Lage ist eine Stadt zu verteidigen, hielt man neben den nun eingeführten Berufsheeren an den wehrfähigen Bürgern als militärischer Reserve fest, so daß auch die Übungen weiterhin Jahr für Jahr, wenn auch mit Unterbrechungen in Notzeiten weiter stattfanden. Es bürgerte sich ein, daß die Schießübungen am Montag nach Pfingsten mit einem feierlichen Umzug begonnen wurden. Je mehr der militärische Wert der Übungen in den Hintergrund trat, desto mehr nahmen sie einen geselligen Charakter an. Mit Auflösung der Landwehr 1869 wurde die Mitgliedschaft in Schützenvereinigungen freiwillig, die Verpflichtung zu den jährlichen Übungen entfiel. In ihren neuen Statuten legte die Scheibenschützengesellschaft fest, daß weiterhin alljährlich nach Pfingsten ein Schützenfest abgehalten werden sollte, das mit einem Umzug vom Rathaus zum Schießplatz beginnt. Aus der unliebsamen Verpflichtung zu den Schießübungen wurde so ein Traditionsfest, das mittlerweile auch zu einem Starkbierfest geworden ist.
Auch als sich im Lauf der Zeit, insbesondere durch den 30jährigen Krieg zeigte, daß eine Bürgerwehr kaum in der Lage ist eine Stadt zu verteidigen, hielt man neben den nun eingeführten Berufsheeren an den wehrfähigen Bürgern als militärischer Reserve fest, so daß auch die Übungen weiterhin Jahr für Jahr, wenn auch mit Unterbrechungen in Notzeiten weiter stattfanden. Es bürgerte sich ein, daß die Schießübungen am Montag nach Pfingsten mit einem feierlichen Umzug begonnen wurden. Je mehr der militärische Wert der Übungen in den Hintergrund trat, desto mehr nahmen sie einen geselligen Charakter an. Mit Auflösung der Landwehr 1869 wurde die Mitgliedschaft in Schützenvereinigungen freiwillig, die Verpflichtung zu den jährlichen Übungen entfiel. In ihren neuen Statuten legte die Scheibenschützengesellschaft fest, daß weiterhin alljährlich nach Pfingsten ein Schützenfest abgehalten werden sollte, das mit einem Umzug vom Rathaus zum Schießplatz beginnt. Aus der unliebsamen Verpflichtung zu den Schießübungen wurde so ein Traditionsfest, das mittlerweile auch zu einem Starkbierfest geworden ist.
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Gefeiert wird nun nach dem Umzug der Schützen, Handwerker und Honoratioren
am ehemaligen "Schießhäuschen" der Scheibenschützengesellschaft. Daneben wird
das kräftige Getränk auch in vielen Biergärten und Wirtschaften ausgeschenkt.
Der Tradition gemäß ist das "Schlappenbier", dessen Name und Rezeptur geschützt
ist, nicht vor dem "Schlappentag" erhältlich.






