Der große Stadtbrand

Zerstörung und Neubeginn

Am 4. September 1823 war Markttag, als nach 9 Uhr vormittags im Haus der heutigen Ludwigstraße 18 ein Brand ausbrach. Unglücklicherweise herrschte starker Wind, der das Feuer rasch verbreitete. Alle 9 Feuerspritzen befanden sich zwar im Einsatz, konnten aber nichts ausrichten. Vor allem konnte in die Löscharbeiten keine Ordnung gebracht werden, da viele der Bürger zu sehr beschäftigt waren, ihr Hab und Gut vor den Flammen zu retten. Gegen 4 Uhr am Nachmittag lag ein Großteil der Stadt in Schutt und Asche, etwa 300 Wohngebäude und ähnlich viele Nebengebäude waren vernichtet. Mittlerweile halfen auch auswärtige Rettungsmannschaften, die verbliebenen Häuser vor dem Flugfeuer zu bewahren. Wie ein Wunder mutet an, daß bei der Feuersbrunst nur leichte Verletzungen zu beklagen waren. Lediglich das Türmerehepaar der St. Michaeliskirche konnte sich nicht mehr retten, nachdem es lange Zeit die Feuerglocke geläutet hatte.
Immense Vermögenswerte waren untergegangen, zumal die damaligen Versicherungen nur für die Gebäude, nicht aber für den Hausrat aufkamen. Manche Bürger versuchten in erhaltenen Gewölben oder mit notdürftigen Holzdächern sich für den Winter einzurichten. Von seiten der Behörden wurde mit Darlehen und Gebührennachlässen versucht zu helfen. Der Name der Auguststraße geht zurück auf den König von Sachsen, der damals reiche Beihilfen gewährte.

Im Zuge des Wiederaufbaus wurden Baulinien begradigt und die Häuser erhielten einen einheitlichen Baustil, ein völlig neues Stadtbild entstand im Stile des bürgerlichen Klassizismus. Ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen waren die St. Michaeliskirche und das Rathaus. Durch die Verbreiterung ihres Mittelschiffes erhielt die Kirche eine neue Gestalt, das Rathaus wurde dem gotischen Stil der Kirche angepaßt, wobei die Dachkonstruktion wesentlich niedriger ausgeführt wurde als vor dem Brand. Die heute unter Ensembleschutz stehende Ludwigstraße bekam ihr geschlossenes Aussehen durch den damaligen Wiederaufbau.

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