Aktuelle Stichworte

Vermeidung von störenden Anpflanzungen

Lichtraumprofil

Verschönerung ja – aber nur, wenn damit niemand behindert wird…

Wohl die allermeisten Menschen freuen sich, wenn viel saftiges Grün die Stadt ziert oder wenn reichhaltiger Blumenschmuck an Häusern oder in Gärten die Straßen verschönert. Allerdings müssen dabei einige Regeln beachtet werden, die dazu dienen, speziell die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden. Denn: Gemäß dem Bayerischen Straßen und Wegegesetz dürfen Anpflanzungen entlang öffentlicher Straßen und Wege die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs nicht beeinträchtigen. Gehwege und Fahrbahnen müssen deshalb uneingeschränkt, das heißt in voller Breite und Höhe genutzt werden können. Dazu sind folgende Dinge zu beachten:

-          Grundstückseigentümer stehen darum in der Verantwortung, bei Bedarf ihre Bäume und Sträucher entlang der Straßen und Gehwege bündig zur Grundstücksgrenze zurückzuschneiden.

-          Ebenfalls freizuschneiden ist auch das sogenannte „Lichtraumprofil“. Darunter versteht man, das beim Gehweg der Bereich bis auf eine Höhe von mindestens 2,50 m und bei Straßen auf eine Höhe von mindestens 4,50 m Höhe freizuhalten ist.

-          An Straßenkreuzungen und  -einmündungen sind außerdem sog. Sichtdreiecke freizuhalten, damit der Kraftfahrzeugverkehr nicht behindert oder gefährdet wird. Hecken, Büsche und Bäume sind daher so zurückzuschneiden, dass die Sicht für die einfahrenden Kraftfahrer nicht behindert wird.

-          Ganz besonders wichtig: Auch die Verkehrszeichen sind großzügig von Bewuchs oder Sichteinschränkungen freizuhalten.

-          Schließlich ist auch der Bereich um die Straßenlaternen so weit zurückzuschneiden, dass die Ausleuchtung der öffentlichen Straßen und Wege stets gesichert ist.

Die Grundstückseigentümer werden gebeten, störende bzw. behinderte Anpflanzungen im Sinne der vorgenannten Vorgaben zurückzuschneiden.

Bei einem Verstoß kann die Straßenbaubehörde Anpflanzungen auf Kosten der Betreffenden zurückschneiden lassen.

Barrierefreiheit von Verkehrsanlagen

Damit Menschen mit sensorischen und motorischen Einschränkungen möglichst selbständig am öffentlichen Leben teilhaben können, sind barrierefreie Verkehrsanlagen von großer Bedeutung.

Barrierefreies Bauen bedeutet dabei mehr, als nur „rollstuhlgerecht“ zu bauen. Es müssen ganz unterschiedliche Arten von Behinderungen oder Beeinträchtigungen berücksichtigt werden. Das betrifft zum Beispiel die Wahl von taktilen Bodenelementen, um ein Leitsystem für Sehbehinderte zu schaffen. Dabei erhält der Sehbehinderte durch die Art der Oberflächenbeschaffenheit die erforderlichen Informationen für eine sichere Orientierung. Rippen- und Noppenstrukturen sind die wesentlichen Elemente. An Knotenpunkten oder Bushaltestellen erfolgt die Führung durch Aufmerksamkeits-, Richtungs- oder Sperrfelder. Diese sind über Leit- und Auffindestreifen miteinander verbunden.

Für die sichere Querung von Fahrbahnen werden Mittelinseln eingebaut. Besondere Bedeutung hat auch die Wahl der richtigen Bordsteinhöhe. Für Rollstuhlfahrer soll sie möglichst gering sein, Sehbehinderte brauchen dagegen mindestens eine Höhe von drei Zentimetern für das Ertasten mit dem Blindenstock. Deshalb sollen bei ausreichender Breite der Querungsstelle getrennte Bereiche für sehbehinderte und mobilitätseingeschränkte Verkehrsteilnehmer vorgesehen werden. Bei Lichtsignalanlagen muss auf ausreichend lange Grünphasen geachtet werden. Verkehrsschilder müssen gut erkennbar und lesbar sein.

Die Belange der Barrierefreiheit sind in das technische Regelwerk des Straßenbaus integriert. Darüber hinaus gibt es spezielle DIN-Normen, wie beispielsweise die DIN 18024 Teil 1 für Verkehrsanlagen oder die DIN 32984 für Bodenindikatoren im öffentlichen Raum.

Bei der Planung von Verkehrsanlagen sind jedoch viele unterschiedliche und teils widersprüchliche Zwangspunkte zu beachten und gegeneinander abzuwägen. Dabei kommt es darauf an, dass der Planer das Regelwerk hinsichtlich der Barrierefreiheit sehr sensibel anwendet.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

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