Berufsbild
Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft arbeiten im technischen Umweltschutz. Hierfür sind fundierte naturwissenschaftliche Kenntnisse, u. a. in Chemie und Physik und daneben handwerkliches Können gefragt. Der Anteil an Schmutzarbeit wird auch in diesem Beruf immer geringer werden, da gerade bei großen Anlagen häufig von sogenannten Leitständen aus gearbeitet wird und die Tätigkeit im Wesentlichen aus Überwachungs- und Steuerungsaufgaben besteht.
Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft arbeiten häufig im Freien und sind dort der Witterung ausgesetzt, z. B. auf der Mülldeponie. Ihr Arbeitsplatz ist aber auch das Labor, wo sie Analysen und Tests durchführen. Um ihre Arbeit entsprechend den geltenden Gesetzen überprüfen und kontrollieren zu können, dokumentieren sie ihre Arbeitsergebnisse laufend. Sie sind im Schichtbetrieb, auch an Wochenenden, tätig und haben zudem oft Rufbereitschaft, um Störfälle in den Anlagen sofort beheben zu können.
Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft arbeiten z. B. in Müllsortierbetrieben. Sie nehmen zunächst die Abfälle an und untersuchen sie. Mit einfachen Labortests oder auch schon durch Augenschein entscheiden sie, ob es sich um wieder verwertbare Stoffe handelt. Sie deponieren das nicht mehr verwertbare Material sachgerecht nach unterschiedlichen Abfallarten getrennt, bzw. veranlassen den Transport zur Deponie. Bei Gefahrstoffen z. B. beachten sie besondere Vorschriften. Sie erledigen alle anfallenden Kennzeichnungs- und Dokumentationsarbeiten. Wieder verwertbare Stoffe werden der entsprechenden Verarbeitung zugeführt, z. B. den Verwertungsbetrieben für Altglas, Altpapier usw. verkauft. Gartenabfälle können kompostiert werden, Hausmüll landet in der so genannten thermischen Verwertung. Recycling nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Hier beraten die Fachkräfte auch die Kunden z. B. auf dem Recyclinghof beim Sortieren.
Weitere Informationen können Sie beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) oder unter http://www.bzu.de/ erhalten
Tätigkeit
Arbeitszeit
Arbeitsumfeld und Arbeitsteam
Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft arbeiten zum Teil im Freien, z. B. auf der Deponie und sind hier der Witterung und zum Teil Gerüchen ausgesetzt. Sie tragen Schutzkleidung, teilweise auch Atemschutzgeräte.
Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft arbeiten mit Berufskolleginnen und -kollegen sowie mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Lieferbetrieben zusammen. Sie haben Kontakte zu Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Behörden, z. B. im Wasserwirtschaftsamt, Umweltamt, Tiefbauamt und in Kommunalverwaltungen, zu Abfallberatern und Abfallberaterinnen sowie direkten Kontakt zu privaten und gewerblichen Anlieferern sowie zu Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Recyclingfirmen.
Arbeitsmaterial
Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft arbeiten mit Müll. Sie überwachen und steuern Maschinen und Anlagen, z. B. zur Müllverbrennung, -sortierung bzw. -trennung. Im Labor führen sie mit Messgeräten, Mikroskopen, Thermometern, Analysewaagen usw. einfache Tests durch. Nach gesetzlichen Vorschriften fertigen sie Berichte und Protokolle über ihre Arbeit an. Sie verwenden dazu Formblätter und andere Büromaterialien sowie Computer.
Ausbildung und Einsatzort
Die Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft dauert 3
Jahre. Sie ist eine duale Ausbildung mit den Lernorten Betrieb und
Berufsschule und ist dem Berufsfeld Chemie, Physik und Biologie zugeordnet
und hat drei Schwerpunkte:
Sie sind sowohl in Anlagen als auch in Freigeländen, z. B. der Deponie oder im Labor tätig. Während der betrieblichen Ausbildung im Baubetriebshof der Stadt Hof finden auch Praktikas z. B. beim Abfallzweckverband statt.
Die zuständige Berufsschule befindet sich in Lauingen an der Donau (Internatsunterbringung). Die zuständige Stelle für diesen Ausbildungsberuf ist die Bayerische Verwaltungsschule in München. Der Ausbildungsinhalt ergibt sich aus dem Ausbildungsrahmenplan.
Ausbilder:
Herr
Markstein, Baubetriebshof, Tel. 09281 815-1734
Voraussetzungen
Weitere Informationen zur Eignung in den umwelttechnischen Berufen finden Sie bei der Bayerischen Verwaltungsschule als zuständige Stelle.
Bewerbung
Bis zum Ende der in der Stellenausschreibung genannten Bewerbungsfrist können Sie Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen an nebenstehende Adresse senden.
Karriere
Fortbildung, Weiterentwicklung:
Da gerade im Bereich
Umweltschutztechnik immer neue Methoden entwickelt werden, halten sich
Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft über neue Prüf- und
Kontrollverfahren auf dem Laufenden. Dabei bieten sich Seminare zu den
einzelnen Prüfverfahren ebenso an wie Lehrgänge zur Instandsetzung und
Handhabung der Anlagen und Maschinen, Arbeitssicherheit/-schutz,
Umweltberatung, Luftreinhaltung oder Elektrotechnik.
Besonders erfahrene Fachkräfte können als Schichtleiter/in oder Gruppenleiter/in in einer Vorarbeiterposition tätig werden. Besonders in kleineren Betrieben können sie auch als Betriebsleiter/innen arbeiten. Nach dem Ablegen der Ausbildereignungsprüfung können sie auch als Ausbilder/innen tätig werden.
Nach der Ausbildung und einigen Jahren Berufspraxis kommen unter anderem folgende Weiterbildungsmöglichkeiten in Frage:
- Geprüfte/r Stadtreinigungsmeister/in
- Umweltschutztechniker/in
- Techniker/in in der Fachrichtung Abfalltechnik/Recycling
Mit der erforderlichen Hochschulzugangsberechtigung bieten sich unter anderem folgende Studiengänge an:
- Technischer Umweltschutz
- Umweltingenieurwesen
- Verfahrenstechnik
- Versorgungs- und Umwelttechnik
- Maschinenbau



