Berufsbild
Der Zierpflanzenbau ist wohl die bekannteste Fachsparte des Gartenbaus. Es gibt kaum einen Ort, in dem nicht eine Gärtnerei vorhanden ist, die sich mit der Anzucht und Kultur von Zierpflanzen beschäftigt. In modernen Gewächshäusern und im Freiland produzieren die Gärtner/innen dieser Fachrichtung ein breites Sortiment an Topfpflanzen und Schnittblumen sowie Beet- und Balkonpflanzen. Mit Hilfe moderner Technik machen sie das "Wetter" unter Glas, indem sie Temperatur, Licht und Schatten, Luftfeuchtigkeit, Tag und Nachtlänge sowie die Wasser und Nährstoffversorgung der Pflanzen exakt steuern. Die große Palette der Zierpflanzen mit ihren sehr unterschiedlichen Ansprüchen erfordert von Zierpflanzengärtner/Zierpflanzengärtnerin gute Pflanzen- und Sortenkenntnisse. Neben den Vermehrungsarbeiten zählen zu den wichtigsten Kultur- und Pflegearbeiten in einer Gärtnerei das Gießen und Düngen, die Durchführung von Pflanzenschutz- und Bodenbearbeitungsmaßnahmen sowie das Pikieren, Topfen und Pflanzen.
Trotz der Spezialisierung der teilweise sehr unterschiedlichen Bereiche haben Gärtner/innen in allen Fachrichtungen die gleichen Grundaufgaben: Sie bearbeiten und pflegen Böden und beurteilen, verwenden und lagern Erde und Substrate. Trotz zunehmender Technisierung gibt es im Beruf des Gärtners/der Gärtnerin viele Arbeiten an und mit der Pflanze, die nach wie vor von Hand zu erledigen sind. Gärtner/innen arbeiten hierbei häufig im Stehen oder Bücken.
Neben dem Zierpflanzenbau gibt es noch die weiteren Fachrichtungen:
- Garten- und Landschaftsbau
- Gemüsebau
- Baumschulen
- Obstbau
- Staudengärtnerei
- Friedhofsgärtnerei
Die Berufsbezeichnung ist für alle Fachrichtungen Gärtner/Gärtnerin. Die Ausbildung erfolgt nach einer gemeinsamen Grundausbildung in einer der sieben Fachrichtungen entsprechend dem beruflich gewählten Schwerpunkt. Aufgrund der breitangelegten Berufsausbildung kann der/die Auszubildende jedoch nach der Abschlussprüfung in jeder anderen Fachsparte des Gartenbaus tätig werden.
Bei der Stadt Hof wird außer im Bereich des Zierpflanzenbaus nur noch im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus ausgebildet.
Weitere Informationen können Sie beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), erhalten.
Tätigkeit
Der Arbeitsschwerpunkt in der Fachrichtung Zierpflanzenbau liegt bei der Vermehrung und Kultivierung von Pflanzen.
Arbeitszeit
Arbeitsumfeld und Arbeitsteam
Gärtner/innen sind bei der Arbeit im Freien den entsprechenden Witterungsverhältnissen, bei der Arbeit in speziellen Kulturräumen den dortigen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Sie arbeiten mit Maschinen und Geräten, aber auch manuell. Sie sind häufig im Stehen, auch im Knien oder Bücken tätig. Zum Schutz vor Verschmutzungen, Verletzungen oder anderweitigen Beeinträchtigungen, z. B. durch Pflanzenschutzmittel, tragen sie die für die jeweilige Tätigkeit geeignete Schutzkleidung. Sie arbeiten allein oder im Team. Bei Beratung und Verkauf haben sie Kundenkontakt.
Arbeitsmaterial
Im Mittelpunkt der Tätigkeit von Gärtnern/Gärtnerinnen stehen Pflanzen und
pflanzliche Produkte.
Gärtner/innen kultivieren Pflanzen auf Erden, Torf oder
Substraten. Sie pflegen sie mit Hilfsstoffen, z. B. Pflanzenschutzmitteln
oder Dünger. Zur manuellen Arbeit verwenden sie Arbeitsgeräte wie Hacken,
Scheren, Harken, Spaten oder Schaufeln, zur maschinellen Arbeit verwenden sie z.
B. Topfmaschinen. Sie bedienen technische Anlagen wie Bewässerungsanlagen, und
setzen z. B. Transport- oder Gießfahrzeuge ein. Sie tragen Schutzkleidung,
je nach Erfordernissen z. B. Atemschutz oder Handschuhe.
Ausbildung und Einsatzort
Die Ausbildungsdauer zum/zur Gärtner/in beträgt in der Regel 3 Jahre. Eine Verkürzung auf 2 Jahre ist möglich, wenn bereits ein Berufsabschluss in einem anderen Ausbildungsberuf vorliegt oder die 12 jährige Schulpflicht erfüllt wurde. Bei überdurchschnittlichen Leistungen ist eine Verkürzung der Ausbildungsdauer um ein halbes Jahr möglich.
Die Ausbildung ist dem Berufsfeld Agrarwirtschaft zugeordnet und erfolgt im dualem System. Im anerkannten Ausbildungsbetrieb (Stadtgärtnerei Hof) mit dem Schwerpunkt Praxis und der Berufsschule mit dem Schwerpunkt Theorie. Die Ausbildung kann bei der Stadt Hof in den Fachrichtungen Garten- und Landschaftsbau und Zierpflanzenbau erfolgen. Weitere Fachrichtungen sind: Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Gemüsebau, Obstbau und Staudengärtnerei.
Die Ausbildung erfolgt nach einer gemeinsamen Grundausbildung in einer der sieben Fachrichtungen entsprechend dem beruflich gewählten Schwerpunkt. Aufgrund der breitangelegten Berufsausbildung kann der/die Auszubildende jedoch nach der Abschlussprüfung in jeder anderen Fachsparte des Gartenbaus tätig werden.
Im 1. Ausbildungsjahr wird der/die Auszubildende voraussichtlich in Bayreuth an zwei Wochentagen unterrichtet (früher: Berufsschule in Münchberg). Ab dem 2. Ausbildungsjahr findet ein Mal pro Woche Unterricht an der Staatliche Berufsschule in Bamberg statt.
Die zuständige Stelle für diesen Ausbildungsberuf ist die Regierung von Oberfranken, Sachgebiet Gartenbau, Galgenfuhr 21, 96050 Bamberg. Den Rahmenlehrplan für diesen Ausbildungsberuf finden Sie als Download-Text auf den Internet-Seiten der Kultusministerkonferenz.
Der Technikunterricht in der Berufsschule wird durch Lehrgänge an der "Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik" DEULA in Freising ergänzt. Die Teilnahme an den verschiedenen Lehrgängen ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.
Ausbilder:
Herr Kostka, Botanischer Garten, Stadtgärtnerei, Tel.
09281 815 1761
Im Ausbildungsbetrieb Stadtgärtnerei Hof werden Kenntnisse und Fertigkeiten auf folgenden Gebieten vermittelt:
- Grundkenntnisse über Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes, Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Berufsbildung
- Natur und Umweltschutz, rationelle Energie- und Materialverwendung
- Betriebliche Abläufe und wirtschaftliche Zusammenhänge
- Böden, Erden und Substrate
- Kultur und Verwendung von Pflanzen
- Maschinen, Geräte und Betriebseinrichtungen, Materialien und Werkstoffe
- Kulturräume und Kultureinrichtungen
- Vermehrung und Jungpflanzenanzucht
- Produktionsverfahren
- Ernten, Aufbereiten und Lagern
- Verkaufen und Beraten
Die praktische Ausbildung umfasste insbesondere die Produktion von Frühjahrsflor, Sommerflor, Topfpflanzen und Schnittblumen von der Aussaat bis hin zur pflanzfertigen Pflanze, das Baumschulwesen, die generative und vegetative Vermehrung von Pflanzen, die Mitarbeit in der Anlage eines Staudenquartieres, Pflanzenschutzmaßnahmen, Heiz- und Regelungstechnik im Gewächshausbereich sowie Schnitt und floristische Verarbeitung der Gehölze, Stauden und Sommerblumen.
Voraussetzungen
Die aktuellen Ausbildungsstellen werden in der örtlichen Presse, bei der Agentur für Arbeit und auf den Internetseiten der Stadt Hof Ende Oktober, Anfang November für die im folgenden September beginnende Ausbildung veröffentlicht. Aus den Bewerbern und Bewerberinnen wird eine geeignete Auswahl zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch geladen. Es erfolgt keine schriftliche Auswahlprüfung.
Bewerbung
Bis zum Ende der in der Stellenausschreibung genannten Bewerbungsfrist können Sie Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen an nebenstehende Adresse senden.
Karriere
| Fortbildung, Weiterentwicklung: Auch nach Abschluss der Ausbildung ist es für Gärtner/innen wichtig, beruflich auf dem Laufenden zu bleiben, etwa durch den Besuch von Lehrgängen, Kursen oder Seminaren z. B. über Pflanzenschutz oder ökologischen Gartenbau. Aufbauend auf dem Berufsabschluss "Gärtner" lassen sich verschiedene Berufswege beschreiten. Jeder Gärtner kann sich, nachdem er weitere drei Jahre praktisch tätig war, zur Meisterprüfung anmelden. Allerdings ist es sehr zu empfehlen, sich durch den Besuch einer "einjährigen Fachschule" auf diese Prüfung vorzubereiten. Nach erfolgreichem Abschluss als Gärtnermeister/Gärtnermeisterin ist der Aufbau eines eigenen Betriebes möglich. Ein weitere Berufsweg, der auf den erfolgreichen Abschlussprüfung zum Gärtner aufbaut, führt zum Abschluss staatlich geprüfter Techniker in den Fachrichtungen Gartenbau, Garten und Landschaftsbau und Friedhofsgärtnerei. Dazu ist eine zweijährige Praxis erforderlich. Die schulische Ausbildung an einer zweijährigen Technikerschule ist aufgeteilt in vier Semester.Techniker werden gesucht als Betriebsleiter und Mitarbeiter in größeren Gartenbaubetrieben und Märkten, aber auch im Versuch- und Beratungswesen. Nach einigen Jahren Berufspraxis kommen auch folgende Weiterbildungsmöglichkeiten in Frage:
Ein weitere Berufsweg im Gartenbau bietet sich den Absolventen einer Realschule oder eines Gymnasiums. Voraussetzung zum Studium an einer Fachhochschule ist die Fachhochschulreife, die durch den Besuch einer Fachoberschule oder die 12. Klasse eines Gymnasiums erworben werden kann. Das Studium dauert einschließlich des Praktikums 8 Semester und kann in den Fachrichtungen
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